Das Chaos als Industriestandard

                      Zur Jahreswende wird auch der Chaos Computer Club besinnlich. Das
                      traditionelle Jahrestreffen der deutschen Hacker fand vom 27. bis 29.
                      Dezember im Bürgerhaus des Hamburger Stadtteils Eidelstedt statt. Wer
                      nicht dabei war, hat das Wichtigste verpaßt, das familiäre Gefühl der
                      Zugehörigkeit, das bei Neulingen freilich mit banger Ehrfurcht gemischt ist.
                      Die waren schon dabei, als wir Kinder von Netscape noch nicht einmal
                      wußten, was ein Modem ist. Doch dem Chaos Computer Club sind die
                      verbiesterten Abgrenzungsbedürfnisse anderer Mailboxsysteme fremd. Die
                      Entwicklung des Internets hat sich so sehr beschleunigt, daß sich selbst
                      Pioniere die Augen reiben. Manche ihrer Erfindungen sind
                      Industriestandard geworden: "Chaosleute jonglieren zwischen
                      Spiegel-Anfragen und Nettime- Interviews", lautet die Eröffnungsbilanz.
                      Für alle Zuhausgebliebenen ist der gesamte Kongreß unter
                      presse.ccc.de mustergültig dokumentiert, angefangen bei der
                      "Dummheit in Netzen", wie "padeluun" seine schon traditionelle Polemik
                      nennt. Die nunmehr 14. Folge steht unter dem Untertitel "Keine Bewegung"
                      und warnt vor dem gigantomanischen Denken in Standleitungen. Die
                      Berichte aus den Workshops sind knapp, aber verständlich, und wo sie
                      nicht ausreichen, läßt sich leicht per E-Mail bei den Referenten nachfragen.

                             TAZ Nr. 5426 vom 08.01.1998 Seite 18 Internet 42 Zeilen
                                           TAZ-Bericht

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